Arbeitsgemeinschaft für die eine Welt e.V.

Wie das Reden über Migration das Schweigen über soziale Herausforderungen organisiert

10.02.2025

Eine migrationspädagogische Stellungnahme

Wie viele andere Menschen sind wir erschrocken und besorgt angesichts der eskalierenden Debatte um Migration im aktuellen Bundestagswahlkampf. Wie viele andere Menschen sind wir erschrocken und besorgt, wie durch eine zunehmende Angleichung der Politik an die AfD-Programmatik kaum mehr eine Partei die Migrationsgesellschaft sowie die Grund- und Menschenrechte offensiv verteidigt. Wie viele andere Menschen solidarisieren wir uns mit all den Menschen, die aufgrund der verallgemeinernden Stereotypisierungen und Hetze in den letzten Wochen von rassistischen Übergriffen betroffen sind. Dabei ist dieses ‚Wir‘ kein einheitliches. Viele von uns sind selbst bedroht von rassistischen Angriffen und Gesetzesverschärfungen, viele von uns sind dies nicht oder zumindest nicht in gleicher Weise.

Als Pädagog_innen und Vertreter_innen der Sozialen Arbeit sehen wir es als unseren professionellen Auftrag, diesen Entwicklungen entgegenzutreten und mit allen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, in Vertretung der Adressat_innen sowie in Solidarität mit von Übergriffen und Gesetzesverschärfungen betroffenen Kolleg_innen uns für die Rechte aller Menschen einzusetzen.

Wir beobachten mit großer Sorge, wie immer mehr das Reden über Migration das Schweigen über tatsächliche soziale und gesellschaftliche Herausforderungen ‚organisiert‘. Die Reaktionen in Politik und Medien nach der tödlichen Amokfahrt in Magdeburg sowie dem tödlichen Angriff auf eine Kindergruppe in Aschaffenburg sehen wir als Blaupause eines Narrativs, das seit vielen Jahren tief in unserer Gesellschaft verankert ist. Ein Narrativ, das ermöglicht, jedes Problem in der Gesellschaft als Folge von Migration zu beschreiben, ohne dass dafür ein sachlicher Zusammenhang aufgezeigt werden muss. Rassistisch pauschalierende Bilder können jederzeit aktiviert werden. Dies führt dazu, dass weitere Fragen, die meist wesentlich relevanter sind, nicht mehr gestellt oder ausgeklammert werden.

Hier geht es zum Aufruf

Flüchtlings- und migrationspolitische Anliegen des Paritätischen Gesamtverbands anlässlich der Sitzung der Innenministerkonferenz vom 04. bis 06. Dezember

04.12.2024

Anlässlich der Sitzung der Innenministerkonferenz vom 4. bis 6. Dezember stellt der Paritätische Gesamtverband seine zentralen Anliegen im Bereich Flüchtlings- und Migrationspolitik vor. Der folgende Brief geht auf wichtige Themen wie die Stärkung der Aufnahme- und Integrationskapazitäten, die Umsetzung der GEAS-Reform und die Einführung eines Chancen-Aufenthaltsrechts ein.

Zum Brief geht es hier.

Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

22.11.2024

Der 25. November ist weltweit der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Dieser Tag soll als Anlass dienen, auf die besonders vulnerable Situation aller Frauen auf der Flucht oder mit Fluchterfahrung aufmerksam zu machen. Die gravierenden Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen, vor denen sie fliehen und denen sie auch nach der Flucht ausgesetzt sind, werden in sozialen politischen sowie medialen Diskursen oftmals übersehen.

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AGDW Jubiläumsveranstaltung am 22.10.2024

06.11.2024

Am 22.10. beging der AGDW e.V. im Kolpinghaus seine Jubiläumsfeier mit vielen Gästen und einem bunten Programm, das u.a. Redebeiträge von Dr. Alexandra Sußmann (Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Stuttgart, Referat für Soziales, Gesundheit und Integration), Ryyan Alshebl (Bürgermeister der Gemeinde Ostelsheim) und Sulaiman Masomi (Autor, Rapper und Poetry-Slam-Interpret) beinhaltete.

Fotos von links oben nach rechts unten: Ariane Mueller-Ressing, Dr. Alexandra Sußmann, Ryyan Alshebl, Sulaiman Masomi, Karin Dressel, Denis Bieler, DAS TRYO
(© Frederik Laux)