Solidarität kennt keine Herkunft!

22.03.2022

In einer gemeinsamen Stellungnahme „Mensch ist Mensch – Solidarität kennt keine Herkunft“ wird die weltweite Solidarität und die Aufnahmebereitschaft von Opfern des Krieges in der Ukraine ausdrücklich begrüßt!
Gleichzeitig appellieren der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg, der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg, der LAKA Baden-Württemberg und die SEEBRÜCKE an die politisch Verantwortlichen

  • alle Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen gleich zu behandeln,
  • die Ungleichbehandlung von Drittstaatsangehörigen und Minderheiten aus der Ukraine zu beenden und
  • der Diskriminierung von Menschen mit russischer Migrationsbiographie entgegenzuwirken.

Die vollständige Stellungnahme mit ausführlicher Begründung des Appels können Sie hier lesen: Mensch ist Mensch – Solidarität kennt keine Herkunft!


 

 

# stand with Ukraine

07.03.2022

Die Nachrichten und Bilder aus der Ukraine von fallenden Bomben, zerstörter Infrastruktur, getöteten Menschen und zerrissenen Familien schockieren uns alle!
Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Stuttgart und ehrenamtlichen Aktiven bereiten auch wir uns darauf vor, ankommenden Geflüchteten aus der Ukraine helfend zur Seite zu stehen.

Die EU hat beschlossen, für Ukrainer*innen den Weg für eine Aufenthaltserlaubnis ohne Asylverfahren frei zu machen. Eine Übersicht zu sozialrechtlichen Informationen dieser Aufenthaltserlaubnis nach §24 Aufenthaltsgesetz finden Sie hier: Aufenthaltserlaubnis nach § 24 AufenthG

Weiterführende Informationen:
 – Informationsverbund Asyl & Migration: hier
– Landeshauptstadt Stuttgart: hier oder über die Hotline 0711 / 722 351 121
– Flüchtlingsrat Baden-Württemberg: hier
– Stefan Sell: hier

Auch Sie können schon jetzt konkrete Hilfe leisten.
Wenn Sie Unterkünfte anbieten/vermieten können oder benötigen:
– #Unterkunft Ukraine: hier
– Landeshauptstadt Stuttgart: hier

Wenn Sie Sachspenden leisten möchten (bitte vorher informieren was konkret benötigt wird):
– ARTHELPS: hier 

 Wenn Sie Ukrainisch sprechen, dolmetschen und übersetzen können:
melden Sie sich beim AGDW e.V. (Denis.Bieler@agdw.de) 
oder bei den Aktiven von WOLJA Stuttgart (Facebook, Instagram).

Wenn Sie Geld spenden möchten:
– Aktion Deutschland Hilft: hier
– Für Transporte aus Stuttgart in die Ukraine durch STELP: hier
– Gezielt für ukrainische Geflüchtete in Stuttgart mit einer Spende an den AGDW e.V.: hier
Verwendungszweck: #standwithukraine


 

 

Informationen zu Einreise, Aufenthalt und sozialen Rechten von Menschen aus der Ukraine

01.03.2022

Seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine sind Hundertausende Menschen auf der Flucht, über 500.000 sind laut UN-Angaben bereits in die EU eingereist. Und die Europäische Union bereitet sich auf viele weitere Flüchtlinge vor und plant, zum ersten Mal, die „Massenzustrom-Richtlinie“ zu aktivieren, die einen vorübergehenden Aufenthaltsstatus mit relativ weitreichenden Rechten für Bürgerkriegsflüchtlinge sowie eine mögliche Verteilung geflüchteter Menschen innerhalb Europas vorsieht. Die Europäische Kommission bereitet einen entsprechenden Beschluss für die nächste Sitzung des EU-Innenminister*innen-Rats vor, der am Donnerstag mit qualifizierter Mehrheit von mindestens 15 Mitgliedstaaten (die mindestens 65% der EU- Bürger*innen repräsentieren) angenommen werden muss. Die Bundesregierung hat sich dafür bereits deutlich ausgesprochen.

Die Mitarbeiter*innen der AGDW erreichen aktuell viele Fragen zur Einreise nach Deutschland, den Aufenthalts und Unterbringungsmöglichkeiten und den sozialen Rechten von flüchtenden Menschen aus der Ukraine.
Kerstin Becker, Referentin für Flüchtlingshilfe und Flüchtlingspolitik des Paritätischen Gesamtverbands, hat dazu Informationen und weiterführende Links zusammengestellt.
Lesen Sie hier:  Informationen zu Einreise, Aufenthalt und sozialen Rechten von Menschen aus der Ukraine


 

 

Empowerment Projekt der AGDW auf Instagram

24.02.2022

Der AGDW e.V. startete im Februar 2022 das Empowerment Projekt hear us. see us. und ist seither auf Instagram präsent. Junge geflüchtete Menschen zwischen 14 und 25 Jahren kreieren und verarbeiten Inhalte für den Account und treten mit den Follower*innen in Kontakt.

Folgen Sie uns und erfahren Sie mehr über authentische Schicksale und Fluchtgeschichten, persönliche Erfolge, ehrenamtliche Projekte der AGDW, aktuelle Aktionen und weitere spannende Themen.

 

 

Das Projekt wird gefördert von der Lechler Stiftung und der Landeshauptstadt Stuttgart


 

 

„Hier ist Platz für Menschen, die über das Mittelmeer flüchten“

03.12.2021

Konzert für die verstorbenen und vergessenen Menschen auf der Flucht
400 leere Stühle sollen an das Schicksal Geflüchteter erinnern

Aus Anlass der Innenministerkonferenz hat auch die   AGDW , als Teil des Stuttgarter Aktionsbündnises für Menschenrechte und Flucht (SAMFT), zu einer „Empfangsgala vor leeren Rängen“ eingeladen.
400 leere schwarze Klappstühle vor dem Schauspielhaus in Stuttgart sollten die Innenministerinnen und Innenminister auf ihre Verantwortung hinweisen.

Leere Stühle vor dem Schauspielhaus in Stuttgart 
Foto: dpa/Vanessa Reiber

„Die leeren Stühle stehen sinnbildlich für den Platz, den wir für geflüchtete Menschen in unserer Gesellschaft hätten, der ihnen aber, durch politische Blockaden und fehlenden Willen zu helfen, verwehrt bleibt“, so Jonas Gutknecht und Ronja Narr von der Seebrücke Stuttgart.
Und: „In diesem Jahr sind bereits über 1600 Menschen (im Mittelmeer) ertrunken, seit 2014 über 22 943 Menschen.“ An der belarussisch-polnischen Grenze, wo wohl 2000 Geflüchtete inzwischen in provisorischen Camps lebten, seien (bisher) mindestens 13 Menschen gestorben. 

Den Artikel aus der Stuttgarter Zeitung zum Konzert am 30.11.2021 können Sie hier lesen:  400 leere Stühle sollen an das Schicksal Geflüchteter erinnern


 

Menschenrechtsverletzungen an den EU-Außengrenzen stoppen!

25.11.2021

Gemeinsam mit 27 anderen Organisationen fordert der Paritätische Gesamtverband die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, die Rechtsverletzungen an den EU-Außengrenzen endlich zu beenden.
Statt Abschottung und rechtswidrigen Push-Backs fordern die unterzeichnenden Organisationen humanitäre Unterstützung und insbesondere Zugang zu einem fairen Asylverfahren in Europa! Dies gilt nicht nur für die belarussisch-polnische Grenze, sondern für alle EU-Außengrenzen.

Die Lage an den östlichen europäischen Außengrenzen spitzt sich seit Wochen zu. Die Berichte und Bilder über massive Menschenrechtsverletzungen insbesondere an der belarussisch-polnischen Grenze, unter denen auch viele Kinder und Familien leiden müssen, sind schwer zu ertragen.

Über Wochen waren die Menschen dort im Grenzgebiet zwischen Polen und Belarus eingesperrt und konnten weder zurück nach Minsk noch in die EU einreisen, um einen Asylantrag zu stellen. Bei Minusgraden mussten selbst kleine Kinder in der Kälte ohne humanitäre Hilfe ausharren, viele Menschen verloren dabei ihr Leben. Auch wenn es mittlerweile humanitäre Hilfsangebote durch Belarus gibt, ist noch vollkommen unklar, wie viele Menschen weiterhin ohne jede Unterstützung in den Wäldern ausharren müssen.

Die unterzeichnenden Organisationen sind extrem besorgt hinsichtlich des europa- und völkerrechtswidrigen Vorgehens der EU-Mitgliedstaaten bei Grenzübertritten. Gewaltsame Pushbacks, wie sie von Kroatien seit Jahren straflos praktiziert werden, sind auch in Polen zur gut dokumentierten Praxis des Grenzschutzes geworden. Menschen werden im Grenzgebiet aufgespürt und ohne individuelle Prüfung ihres Asylgesuchs oder ihrer Einreisegründe unter Zwang vor die europäischen Außengrenzen zurückgebracht. Eine klare Verurteilung dieses Vorgehens durch die EU-Kommission und andere Mitgliedstaaten – wie etwa Deutschland – fehlt. Und inzwischen werden schutzsuchende Menschen in Herkunftsstaaten wie den Irak zurückgebracht, ohne vorher zu prüfen, ob sie dort Verfolgung oder sonstigen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind.

Die unterzeichnenden Organisationen fordern deshalb von der Bundesregierung und der EU-Kommission:

1. Die Bundesregierung und die EU-Kommission müssen die betroffenen Menschen, allen voran Kinder und Familien, aus den entsprechenden Regionen evakuieren und auf die EU-Staaten umverteilen.
2. Die Praxis der Push-Backs muss sofort unterbunden und der Zugang zu einem rechtsstaatlichen Asylverfahren sichergestellt werden. Mitgliedstaaten, die sich dem verweigern, müssen sanktioniert werden.
3. Den betroffenen Menschen, insbesondere Kindern und Familien, in den Grenzregionen müssen umgehend ein festes Dach über dem Kopf, eine regelmäßige Versorgung mit Lebensmitteln und Kleidung sowie Zugang zur Gesundheitsversorgung gewährt werden

Liste der unterzeichnenden Organisationen:
Amadeu Antonio Stiftung, Amnesty International Deutschland e.V., Arbeitsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), Ärzte ohne Grenzen e.V., AWO Bundesverband, Brot für die Welt (e.V.), Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Der Paritätische Gesamtverband, Deutsche Jugend in Europa Bundesverband e.V., Deutsches Kinderhilfswerk e.V., Diakonie Deutschland, ECPAT Deutschland e.V., Equal Rights Beyond Borders, International Rescue Committee, Jesuitenflüchtlingsdienst, Jugendliche ohne Grenzen, JUMEN – Juristische Menschenrechtsarbeit in Deutschland e.V., National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN – Kinderrechtskonvention, OUTLAW.die Stiftung, Plan International, PRO ASYL, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein e.V. (RAV), Save the Children Deutschland e.V., Seebrücke – Schafft Sichere Häfen!, SOLWODI Deutschland e.V., SOS-Kinderdorf e.V., terre des hommes Deutschland e.V., World Vision Deutschland e.V.

Der Appell zum Download als PDF: Menschenrechtsverletzungen stoppen!


 

Die Menschen müssen in all ihren Facetten wahrgenommen werden

05.10.2021

In einem Artikel für „PARITÄTinformbeschäftigen sich Isabelle Monthuley und Denis Bieler vom AGDW e.V. mit dem Mehrwert Sozialer Arbeit mit Geflüchteten und kommen zum Schluss, dass „das Leid nicht ausgeblendet werden kann, Menschen in all ihren Facetten wahrgenommen werden müssen. In der Wahrnehmung und Würdigung des Leids der Anderen liegt vielleicht sogar die größte Ressource, die wir in uns selbst und für unsere Gesellschaft wiederentdecken und bewahren können: Humanität.“


Foto: Ronja Roy

Laut Duden ist die Definition von Mehrwertein Zuwachs an Wert, den ein Unternehmen erreicht“. Der Mehrwert Sozialer Arbeit kann sich aber nicht nur auf erreichte Ziele in Bezug auf ein einzelnes Individuum, einzelne Gruppen oder Budgets beziehen, sondern muss den Nutzen für die Gesellschaft als Ganzes abbilden. Zentral ist ferner, dass nicht machtvolle gesellschaftliche Institutionen alleine definieren über welche Kennzahlen der Mehrwert Sozialer Arbeit gemessen wird, sondern alle beteiligten Akteure in den Definitionsprozess der Erfolge Sozialer Arbeit mit einbezogen werden (Dr. M. Boecker: „Den Mehrwert Sozialer Arbeit messbar machen“, Sozialwirtschaft Juni 2016, S.11)

Den gesamten Artikel aus „PARITÄTinform“ können Sie hier lesen: Flüchtlingssozialarbeit = Humanität


 

Rettungskette für Menschenrechte und RUN FOR RESCUE

23.09.2021

Am Samstag den 18.09.2021 fand in Stuttgart die deutschlandweite Aktion der „Rettungskette für Menschenrechte“ statt.  Aufgerufen dazu hatten der AK Asyl Stuttgart und der Evangelische Kirchenkreis Stuttgart. Der AGDW e.V. war neben vielen anderen Organisationen ebenfalls vertreten. In Stuttgart wurden anstatt einer Kette „Rettungsringe“ gebildet.

2021 sind bereits über 1.200 Menschen im Mittelmeer ertrunken!
Mit dieser Aktion wollen wir ein Zeichen für Solidarität setzen!
Solidarität mit den Geflüchteten, die sich gezwungen sehen einen solchen Weg auf sich zu nehmen, um sich in Sicherheit zu bringen und mit den Retter*innen auf den Seenot-Rettungsschiffen.

Der AGDW e.V. unterstützt die Forderung nach sicheren Fluchtrouten und besseren Bleibeperspektiven!

Ein Artikel der Stuttgarter Nachrichten zur Aktion ist hier zu finden: Zeichen der Solitarität mit Geflüchteten

 

Und am 25.09.2021 veranstaltet das Stuttgarter Aktionsbündnis Menschenrechte und Flucht – SAMFT den ersten bundesweiten RUN FOR RESCUE für Stuttgart rund um den Marienplatz.
Alle die möchten können teilnehmen. Ganz egal, ob mit Kinderwagen, Rolli oder Joggingschuhen.
Auch die AGDW ist auf dem Marienplatz dabei!
Am Samstag, 25.09.2021 zwischen 11:00 und 16:00 Uhr!