Stuttgarter Bürgerpreis 2021: Abstimmen für 2 Projekte der AGDW!

15.09.2021

Die Bürgerstiftung Stuttgart ruft auf zur Abstimmung für den Publikumspreis des Stuttgarter Bürgerpreises 2021!

Zur Abstimmung stehen auch 2 Projekte des AGDW e.V.:

  • Der AGDW e.V. – Kinderclub in der Kategorie Nachhaltigkeit
  • Der AGDW e.V. – Lernraum in der Kategorie Innovation

Bitte geben Sie Ihre Stimme für diese beiden Projekte ab!  ⇒Hier geht`s zur Online- Abstimmung!


 

Der PARITÄTISCHE fordert vom Land Baden-Württemberg die sofortige Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan

09.09.2021

Der AGDW e.V. unterstützt die Forderung des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg an die Landesregierung, über die rund 1.100 Ortskräfte und ihre Familien hinaus auch besonders bedrohte Menschen aufzunehmen.
Dazu gehörten Frauenrechtler*innen, Menschenrechtsaktivist*innen, Journalist*innen, religiöse und sexuelle Minderheiten und ihre Angehörigen, Künstler*innen sowie alle aktiv und kritisch zivilgesellschaftlich Engagierten.
Baden-Württemberg sei in der Pflicht, über den Anteil von 13 Prozent nach dem bundesweiten Verteilschlüssel hinauszugehen.

Die Pressemitteilung des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg dazu können Sie hier lesen


 

2. Protestcamp in Stuttgart: #Menschenrechte unverhandelbar – auch in Moria

12.07.2021

Am 19. und 20. Juni 2021 veranstaltete der AGDW e.V. als Mitglied des neu gegründeten Stuttgarter Aktionsbündnis Menschenrechte und Flucht (SAMFT) das Protestcamp auf dem Kronprinzplatz in Stuttgart.
Highlight der Veranstaltung war ein Original-Zelt des UN-Flüchtlingskommisariats UNHCR – so wie sie in den Lagern an den EU-Außengrenzen stehen. Außerdem konnte eine Fluchtgeschichte durch eine Virtual Reality Brille hautnah miterlebt werden. Audio- und Bilderausstellungen sowie Informationsstände lieferten Fakten zur dramatischen Lage auf den Fluchtrouten, in Flüchtlingscamps und in den Herkunftsländern, in denen gravierende Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung sind.
Die Kundgebungen bewegten vor allem durch die persönlichen und teils schockierenden Erfahrungsberichte von Geflüchteten sowie Helfenden aus Lagern an den EU-Außengrenzen.

Isabelle und Ronja, Mitarbeiterinnen des AGDW e.V., thematisierten in ihrer Rede die Lage von LSBTI* in Nigeria, wo auf homosexuelle Handlungen die Todesstrafe steht (Quelle: Lesben- und Schwulenverband Deutschland).
Nachdem ein Antrag auf Asyl gestellt wurde, müssen sich die Geflüchteten LSBTI* teils retraumatisierenden und höchst intimen Fragen bei der Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellen. So lautet beispielsweise die Frage aus einem BAMF-Anhörungs-Protokoll „Haben Sie sich denn keine Gedanken dahingehend gemacht, dass Homosexualität in Ihrem Land unter Strafe steht und welche Konsequenzen das für Sie haben könnte?“
In einem Video, das Sie hier anschauen können,  wird die Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge dargestellt.
Ronja und Isabelle vom AGDW e.V. berichten dazu:
„Unser großartiger Helfer, Leiter eines Trommelkurses der uns auf der Trommel begleitete, wurde in der Zwischenzeit aufgrund der Dublin-Verordnung nach Italien abgeschoben!
Wir sind sehr betroffen und in Gedanken bei ihm!
Diese Abschiebung zeigt einmal mehr, wie grotesk die Anwendung des europäischen Asylsystems ist und dass eine individuelle Fallbetrachtung unbedingt notwendig wäre. Einen Menschen wegen der geltenden Dublin-Verordnung abzuschieben, ist für uns zwar nachvollziehbar, jedoch nicht, dass davor nicht geprüft wird, ob dieser Mensch in dem zuständigen Land auch unter menschenwürdigen Verhältnissen leben kann. Derzeit lebt er ohne jeglichen Leistungsbezug auf der Straße. Hätten wir keine tollen ehrenamtlichen Helfenden die ihn unterstützen, könnte er sich noch nicht einmal etwas zu Essen leisten.“

Einige Klient*innen der AGDW waren ebenfalls vor Ort und halfen beim Aufbau, beteiligten sich an den Kundgebungen und zogen interessierte Passant*innen mit packenden Trommeleinheiten an.

  • Geflüchtete in den EU-Außenlagern dürfen nicht vergessen werden!
    Genauso all jene, die ihr Leben im Mittelmeer verlieren!
    2021 sind bereits mindestens 800 Menschen auf dem Weg nach Europa im Mittelmeer ertrunken!

  • Gemeinsam mit unseren Bündnispartner*innen fordern wir die Aufnahme von Geflüchteten, die Entkriminalisierung der Seenotrettung und die Unverhandelbarkeit von Menschenrechten!

Einen Artikel der Stuttgarter Zeitung zum Protestcamp finden Sie hier: Für ein Europa, das Menschen rettet


 

Siebter Aktionstag der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer am 30. Juni 2021

01.07.2021

Zum Aktionstag für die Migrationsberatung trafen sich gestern die Geschäftsführerin der AGDW Karin Dressel, die Abteilungsleiterin Migration der AWO Stuttgart Nora Yildirim und die Migrationsberaterin Ulrike Gremminger vom Caritasverband Stuttgart im Namen der Liga der Wohlfahrtsverbände in Stuttgart mit den Bundestagsabgeordneten Ute Vogt von der SPD und Dr. Anna Christmann von Bündnis 90/Die Grünen zum Meinungsaustausch.
Sowohl Frau Christmann als auch Frau Vogt drückten dabei ihre Wertschätzung für diese wichtigen Anlaufstellen für Zuwanderer und Geflüchtete aus und sind auch bereit, sich für eine ausreichende Finanzierung einzusetzen. Ein weiteres Gespräch mit Dr. Stefan Kaufmann von der CDU soll am 14.7.2021 folgen.

Die Beratungszahlen der Migrationsberatung befinden sich weiterhin auf hohem Niveau. Viele von den in den letzten Jahren Angekommenen haben immer noch großen Bedarf an Beratung und Unterstützung. In vielen Fällen sind die Beratungsbedarfe intensiver und komplexer geworden. Das betrifft die Vielfalt der individuellen Fallkonstellationen und wird verstärkt durch sich ändernde gesetzliche Vorgaben. Die Ausstattung der Beratungsstellen mit Ressourcen bleibt demgegenüber hinter dem, was notwendig ist, weit zurück.                                                                                         

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege hatte deshalb die Träger der Migrationsberatung zu einem weiteren Aktionstag aufgerufen, um die wichtige Arbeit der MBE und weiterer Migrationsfachdienste sichtbarer zu machen.

Insbesondere sollte darauf hingewiesen werden, welche „systemrelevante“ Bedeutung die MBE gerade auch in der anhaltenden Pandemie vor Ort bei der Beratung und Begleitung ratsuchender Eingewanderter einnimmt. Bundesweit ist es den Trägern der MBE trotz der pandemiebedingten Verunsicherungen und Einschränkungen gelungen, das Beratungsangebot aufrecht zu erhalten.

Durch die Neuentwicklung und Anwendung digitaler Formate und die Fortsetzung der bewährten Präsenz- bzw. telefonischen Beratung kann auf drängende Alltagsfragen (Kurzarbeit, Kinderbetreuung etc.) weiterhin zeitnah eingegangen werden. In Zeiten großer Umbrüche ist die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer ein verlässlicher Ansprechpartner in der Einwanderungsgesellschaft vor Ort und fördert und sichert durch langjährig gewachsene Vernetzung den Zusammenhalt des Gemeinwesens.


 

AGDW beim Auftakt zur „Rettungskette für Menschenrechte“ dabei

30.04.2021

Am Samstag, dem 24.04.2021, fand in Stuttgart eine Auftaktaktion für die „Rettungskette für Menschenrechte“ statt.
Aufgerufen dazu hatten, neben dem AGDW e.V., der Arbeitskreis Asyl Stuttgart, der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg, die Seebrücke Stuttgart, die Initiative just human, der Verein Salamaleque und andere.

Gerade in Zeiten von Corona dürfen die Geflüchteten nicht vergessen werden!
Erst letzte Woche waren bei einem Seenotunglück mehr als 100 Menschen im Mittelmeer ertrunken! Seit 2015 sind 21.497 Menschen im Mittelmeer ertrunken!

Der AGDW e.V. unterstützt die Forderung nach sicheren Fluchtwegen und besseren Bleibeperspektiven für Geflüchtete!

Einen Artikel der Stuttgarter Nachrichten zu dieser Aktion finden Sie hier:  Menschenkette von Hamburg bis zum Mittelmeer: Vermisste Flüchtlinge bekommen ein Gesicht in Stuttgart


 

Sozialpreis für ein Projekt zur Unterstützung geflüchteter Familien mit Kindern mit Behinderung

28.04.2021

In der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete am Stuttgarter Nordbahnhof, die von Mitarbeiter*innen der AGDW betreut wird, sind überdurchschnittlich viele Familien mit Kindern mit Behinderung untergebracht. Diese benötigen besonders viel Unterstützung. Sei es bei der Vermittlung und Finanzierung von Hilfsmöglichkeiten, bei Anträgen an die Pflegekasse u. ä. oder dem Kontakt mit Behörden, Ärzten, Schulen etc. Dabei gibt es große Unterschiede beim Umfang der Hilfsleistungen welche die Familien in Anspruch nehmen können, je nachdem, ob die Familien sich noch im Asylverfahren befinden oder im Besitz eines Aufenthaltstitels sind. Sowohl der zeitliche Aufwand als auch das notwendige Know-how dafür übersteigt immer wieder die Kapazitäten des Sozialdienstes.

Aus diesem Grund hat das BHZ Stuttgart in Kooperation mit den Mitarbeiter*innen der AGDW ein Projekt konzipiert, das jetzt einer der Gewinner des Sozialpreises der Berthold-Leibinger-Stiftung geworden ist. Eines der Ziele des BHZ ist es dabei, Engagierte mit Fluchterfahrung oder mit Migrationshintergrund zu gewinnen, die als Vermittler fungieren, nachdem sie entsprechend geschult worden sind. Die Engagierten sollen dafür sowohl ihre Sprachkenntnisse einbringen als auch eigene Erfahrungen und Sensibilität für die kulturellen Hintergründe der Geflüchteten.
Ende dieses, Anfang nächsten Jahres soll das Projekt umgesetzt werden. Das Preisgeld der Stiftung ermöglicht es jetzt, das Projekt in Ruhe zu entwickeln.

Einen kurzen Bericht zu dem Vorgängerprojekt in der GU Nordbahnhof, ebenfalls mit Unterstützung des Sozialdienstes der AGDW durchgeführt vom BHZ, sowie einen theoretischen und strukturellen Blick auf die Situation geflüchteter Familien mit Kindern mit Behinderung können Sie hier lesen: Flucht und Behinderung

Ebenso einen Artikel der Stuttgarter Zeitung vom 07.03.2021: Manche behinderten Kinder bleiben ohne Pflegegeld