Einladung zur Schulung Ehrenamtlicher Vormünder

13.04.2021

Die Arbeitsgemeinschaft für die eine Welt e.V. Stuttgart und das Jugendamt Stuttgart laden ganz herzlich ein zu der Schulung
Ehrenamt Einzelvormundschaft
für ein unbegleitetes minderjähriges geflüchtetes Kind bzw. einen jungen Menschen

Die Schulung umfasst 7 Abende (im Zeitraum vom 29.04.2021 bis zum 01.07.2021) mit folgenden Themen:
– Was ist meine Aufgabe als Vormundin oder Vormund
– Mündel – Kinder mit Vergangenheit und Zukunft
– Was passiert eigentlich bei Gericht
– Trauma und Lebenswelt von jungen Geflüchteten

Die Schulung wird voraussichtlich digital über „Zoom“ durchgeführt.
Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung unter der E-Mailadresse von Jens Peter: jens.peter@agdw.de

 Die Einladung mit der ausführlichen Beschreibung der Schulung können Sie hier als PDF-Dokument herunterladen.


 

AGDW e.V. beim Protestcamp der Seebrücke Stuttgart am 06.03.2021 auf dem Marienplatz Stuttgart

24.03.2021

Am Wochenende, vom 06.03-07.03.2021, rief die Seebrücke Stuttgart zu einem Protestcamp auf dem Marienplatz auf!
Der AGDW e.V. war am Samstag mit einem Informationsstand vertreten. Von 9 Uhr morgens an waren wir Mitabeiter*innen vor Ort und halfen dabei, das Camp aufzubauen.
Unter anderem wurde ein Zelt des UNHCR aufgestellt, wie es in den Flüchtlingscamps an den EU-Außengrenzen genutzt wird.
Auch ein originales Schlauchboot aus dem Mittelmeer, bestückt mit diversen Vermisstenanzeigen, war zu sehen.
Einige unserer Klient*innen waren von früh morgens an dabei, um beim Aufbau zu helfen und später als Ordner darauf zu achten, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden.
Der Tag war mit Kundgebungen, Tanzeinheiten sowie Musik vielfältig gestaltet. Trotz Corona war die Aktion gut besucht.

Beim Protestcamp ging es vor allem darum, kurz vor der Landtagswahl, auf die Situation von Geflüchteten aufmerksam zu machen. Auch in Coronazeiten darf dies nicht in Vergessenheit geraten! Die Fluchtrouten sind gefährlicher denn je!
Die Seebrücke setzt sich für „Sichere Häfen“ ein. Es soll ein Landesaufnahmeprogramm für Geflüchtete geben. Außerdem ist ein Ziel, die Legalisierung der Seenotrettung sowie sichere Fluchtwege und Bleibeperspektiven für Geflüchtete zu schaffen!

Um die Forderung zu unterstreichen, haben von Samstag auf Sonntag einige Menschen auf dem Marienplatz gecampt. Dabei sollte vor allem an die über 10.000 Menschen gedacht werden, die an den europäischen Außengrenzen dazu verdammt sind, auch bei Sturm, Regen und Kälte, in Zelten zu leben.

Wir bedanken uns für den Aufruf zum Protestcamp der Seebrücke Stuttgart und für das zahlreiche Kommen aller Besucher*innen!

Wir verweisen auf die noch laufende Postkarten-Aktion der Seebrücke. Die Karten sind auf der Vorderseite mit beeindruckenden Bildern zum Thema Flucht versehen und auf der Rückseite mit einem Aufruf an die neue Landesregierung, zu handeln. Hierbei können verschiedene Wünsche angekreuzt und die Karten dann an die neue Landesregierung verschickt werden. Danke für diese großartige und kreative Idee!
Die Postkarten gibt’s bei der Seebrücke Stuttgart.
Bei Interesse hier melden: Lokalgruppe Stuttgart – Seebrücke (seebruecke.org)


 

Wohlfahrtsverbände fordern diskriminierungsfreien Zugang zu Sozialleistungen für EU-Bürger*innen

23.03.2021

Der Paritätische Wohlfahrtsverband bewertet die Ergebnisse einer von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) veröffentlichten Umfrage, nach der EU-Ausländer*innen bei der Beantragung von Sozialleistungen oder von Kindergeld einer diskriminierenden und zum Teil rechtswidrigen Behördenpraxis ausgesetzt sind, als skandalös und warnt vor strukturellem Rassismus in Jobcentern und Familienkassen.

Nach der am 16.03.2021 veröffentlichten Umfrage berichtet fast die Hälfte der rund 400 bundesweit befragten Beratungsstellen von Fällen, in denen EU-Bürger*innen aus Osteuropa bereits in der Eingangszone von Jobcentern abgewiesen worden seien und somit keinen Antrag auf „Hartz IV“ stellen konnten.
Die Abweisung passiere häufig pauschal ganz ohne Begründung oder mit dem Hinweis, ihre Deutschkenntnisse wären nicht ausreichend oder eine dolmetschende Person wäre nicht dabei – was eindeutig rechtswidrig sei, erläutert Natalia Bugaj-Wolfram, Referentin für Migrationssozialarbeit beim Paritätischen Gesamtverband.
Gelinge die Antragstellung, würden von EU-Bürger*innen oft unverhältnismäßig hohe Anforderungen an das Vorlegen von Dokumenten gestellt. Teilweise würden aufstockende Leistungen trotz belegtem Erwerbstätigenstatus verweigert.
“Ich weiß nicht, ob das, was wir aus den Jobcentern hören, bereits struktureller Rassismus ist. Wenn nicht, ist es auf jeden Fall recht nahe daran”, warnt Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider.

Link zur 
Zusammenfassung der Umfrageergebnisse, die sich auf den Zeitraum Juni 2019 bis Juni 2020 beziehen


 

Kampagne des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg zur Landtagswahl

19.01.2021

Zur Landtagswahl in Baden-Württemberg am 14. März 2021 möchte der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg den gesellschaftlichen Wert sozialer Arbeit sichtbar machen und den Blick der Kandidat*innnen, aber auch der Wähler*innen, auf die Herausforderungen lenken, mit denen die Mitarbeiter*innnen der Mitgliedsorganisationen täglich konfrontiert sind.

Ein dazu erstellter Kampagnenkoffer enthält Materialien die für Aktionen und Veranstaltungen genutzt werden können. Unter anderem Wahlprüfsteine, Aktionsvorschläge, Logos und ein Positionspapier zum Umgang mit der AFD.


 

 

Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zu syrischen Kriegsdienstverweigerern

16.12.2020

Eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom 19.11.2020 verdeutlicht, dass viele syrische Geflüchtete, die in der Vergangenheit nur noch einen subsidiären Schutzstatus erhielten, zu Unrecht benachteiligt wurden.
Auch unter dem Gesichtspunkt des Familiennachzugs sollten Betroffene nun überlegen, ob sie einen Asylfolgeantrag stellen wollen.
Diese Option gibt es aber nur noch bis zum 19.02.2021, denn bis dahin müsste ein Asylfolgeantrag gestellt worden sein.

Bitte helfen Sie, diese Information zu verbreiten!

Kurzinformation auf Arabisch
https://fluechtlingsrat-bw.de/wp-content/uploads/2020/12/2020-12-01-Syrien-EuGH-Arabisch-.pdf

Mehr zum Hintergrund auf der Homepage von „Pro Asyl“
https://www.proasyl.de/news/erfolg-vor-dem-europaeischen-gerichtshof-entscheidung-zu-syrischen-kriegsdienstverweigerern/

Pressemitteilung des Europäischen Gerichtshofs 
https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2020-11/cp200142de.pdf

Musterschriftsatz für einen Asylfolgeantrag von „Pro Asyl“
Download Asylfolgeantrag Musterschriftsatz EuGH-Urteil zu Syrien (für Betroffene ohne RA)

 


 

Gemeinschaftsunterkünfte sind keine Lernorte

15.10.2020

Der Umgang mit der Corona-Pandemie forderte auch den AGDW e.V. und seine Mitarbeitenden.

Frau Karin Dressel, Geschäftsführerin des AGDW e.V., beschreibt in dem beigefügten Artikel des PARITÄTinform des Wohlfahrtsverbandes DER PARITÄTISCHE BADEN-WÜRTTEMBERG die Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen und den Alltag mit Corona in den Unterkünften und bei den Beratungen.

Bitte lesen Sie weiter in dem beigefügten Artikel.

AGDW im Umgang mit Corona

Quellenangabe: PARITÄTinform September 2020, Seite 27


 

Erster Lernraum für Kinder und Jugendliche in einer Stuttgarter Flüchtlingsunterkunft

07.10.2020

In einem Systembau in Feuerbach der von der AGDW betreut wird hat die Stadt Stuttgart jetzt den ersten Lernraum für Kinder und Jugendliche eröffnet.

Als die Schulen pandemiebedingt schlossen und das Homeschooling begann, wurde die schwierige Lernsituation der Kinder und Jugendlichen in Gemeinschaftsunterkünften besonders deutlich. Konzentriertes Lernen ist durch die beengte Unterbringung erschwert. Häufig fehlt die technische Ausstattung, um am Homeschooling teilzunehmen.

„Gerade in diesen herausfordernden Zeiten müssen wir uns verstärkt um die Kinder und Jugendlichen kümmern, die erschwerte Bedingungen haben“, sagte Bildungsbürgermeisterin Isabel Fezer, die den Lernraum in der Krailenshaldenstraße gemeinsam mit Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann zur Eröffnung besuchte.

„Die Kinder und Jugendlichen, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, sind aufgrund der beengten Wohnsituation und zusätzlich durch mangelnde Deutschkenntnisse im Nachteil. Den gilt es auszugleichen“, so Alexandra Sußmann.

Die Abteilung Stuttgarter Bildungspartnerschaft hat das Konzept in Abstimmung mit dem Sozialamt entwickelt. Der Ausbildungscampus Stuttgart bringt sich über sein Projekt „Digital for all kids“ ein und sorgt für schnelles Internet und die Technik.

Murat Dirican, hauptamtlicher Mitarbeiter beim AGDW e.V., ist der neue Lernraumkoordinator – er ist die feste Bezugsperson für Kinder und Ehrenamtliche. Diese unterstützen die Kinder und Jugendlichen bei den Hausaufgaben und beim Lernen. Dafür werden auch noch weitere Ehrenamtliche gesucht.

Im Lernraum stehen vier Arbeitsplätze mit Laptops und schnellem Internet, sowie ein Drucker zur Verfügung. Lernmaterial steuerte der Klett Verlag bei, Tische und Stühle kamen vom Schulverwaltungsamt.

Einen Artikel aus der Stuttgarter Zeitung von der Eröffnung des Lernraums können Sie hier lesen: Erster Lernraum für Flüchtlingskinder eröffnet – Stuttgarter Zeitung vom 01.10.2020