Stuttgart knausert bei Bildung und sozialer Teilhabe!

Pressemitteilung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Baden-Württemberg,
Kreisverband Stuttgart

Der PARITÄTISCHE, Kreisverband Stuttgart, reagiert entsetzt auf die „Grüne Liste“ (Haushaltsliste) der Landeshauptstadt.
Wichtige sozial- und jugendpolitische Maßnahmen wurden von den Verwaltungen im Sozial- und Jugendamt in ersten Gesprächen unterstützt, entsprechende Mitteilungsvorlagen geschrieben, mit der Politik in den Ausschüssen abgestimmt, … doch sie erscheinen nicht in der Haushaltsliste. Was läuft da schief?

Viele Haushaltsanträge kleinerer Mitgliedsorganisationen des PARITÄTISCHEN bleiben auf der Strecke. Nicht berücksichtigt wurden Anträge der Präventionsarbeit in den Bereichen Sucht und Gewalt insbesondere für junge Menschen. Hier steigt der Bedarf stetig an und liegt deutlich über den angebotenen Möglichkeiten. Dagmar Preiß, Geschäftsführerin des Gesundheitsladen e.V.: „Für uns als Beratungsstelle ist es eine untragbare Situation, Kindern und Jugendlichen in Krisensituationen keine zeitnahen Gesprächstermine anbieten zu können, wenn sie die erste große Hürde – nämlich die Kontaktaufnahme mit uns endlich geschafft haben.“

Bei anderen steht die Fortführung wichtiger, gewachsener Projekte – oft in Kooperation verschiedener Träger – auf dem Spiel. Beispielsweise die Arbeit der Fachberatungsstelle für Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche, die unter anderem Maßnahmen zur Gewaltprävention für jugendliche Gewalttäter bei Körperverletzungsdelikten und sexueller Gewalt anbieten. Dazu der Vorstandsvorsitzende der Sozialberatung, Eberhard Müller: „Wir benötigen eine solide Finanzierung unserer Angebote, die unter anderem Gewaltprävention an Schulen, als auch Handlungsalternativen für bereits auffällig gewordene Jugendliche und Heranwachsende umfasst.“

„Ganze Felder, besonders im Bereich Jugend, Bildung und Soziales fehlen im Haushaltsentwurf der Stadt“ so Judith Vowinkel, die Vorsitzende des PARITÄTISCHEN, Kreisverband Stuttgart. Betroffen sind nicht nur die Mitgliedsorganisationen des PARITÄTISCHEN, sondern auch „die Ausweitung der Schulsozialarbeit, notwendige Kinderschutzmaßnahmen (insbesondere in den Flüchtlingsunterkünften), Mittel zur Gewaltprävention und für LSBTTIQ. Viel wird in die „Kinderfreundliche Kommune“ investiert, doch Pflichtaufgaben in diesem Bereich vernachlässigt.“

Der PARITÄTISCHE fordert eine deutliche Nachbesserung der „Grünen Liste“ in einem transparenten und kooperativen Verfahren unter Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips.